Die Krankenquote misst den Anteil der Krankheitstage an den Soll-Arbeitstagen eines Betriebs oder Teams. Sie ist ein frühzeitiger Indikator für Mitarbeiterzufriedenheit, Führungsqualität und Arbeitsbedingungen — und sie hat direkten Einfluss auf die Personalkostenquote durch Lohnfortzahlung und ungeplante Vertretungskosten.
Formel
Krankenquote = Krankheitstage / Soll-Arbeitstage × 100
Soll-Arbeitstage sind alle geplanten Arbeitstage aller Mitarbeiter in der betrachteten Periode. Für Teams mit Teilzeit und variablen Stunden empfiehlt sich die Berechnung in Stunden statt in Tagen.
Benchmarks
| Bewertung | Krankenquote |
|---|---|
| Sehr gut | Unter 4 % |
| Gut | 4–6 % |
| Gastronomie-Durchschnitt | 6–8 % |
| Handlungsbedarf | 8–10 % |
| Kritisch | Über 10 % |
Quelle: Erfahrungswerte aus 10 eigenen Betrieben (Mama Trattoria, Hamburg) und Kiosa-Kundendaten.
Kostenauswirkung
Jeder Krankheitstag kostet mehrfach: Lohnfortzahlung für den Erkrankten plus Mehrkosten für Vertretung (oft Überstunden). Bei einem Team von 30 Mitarbeitern mit durchschnittlich 2.200 EUR Bruttolohn und 8 % Krankenquote entstehen jährlich rund 13.000 EUR direkter Krankheitskosten — zuzüglich der Vertretungskosten.
Was eine hohe Quote signalisiert
- Hohe physische Belastung und schlechte Ergonomie
- Unzufriedenheit mit Führungsstil oder Dienstplanung
- Hohe Fluktuation — verbleibende Mitarbeiter sind überlastet
- Kurzarbeit-Erkrankungen (Präsentismus → Kollegen angesteckt)
Verwandte Begriffe
- Fluktuation — ebenfalls Indikator für Mitarbeiterzufriedenheit
- Personalkostenquote — Krankenquote erhöht die Personalkosten
- Dienstplan-Effizienz — Krankenvertretung als Planungsstörer
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