Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist der monatliche Finanzbericht, den Steuerberater aus den Buchhaltungsdaten erstellen. Sie ist das Standardinstrument für das kaufmännische Controlling in Deutschland und zeigt Umsätze, Kosten und das Betriebsergebnis auf Kontenebene.
Aufbau einer gastronomischen BWA
| Position | Inhalt |
|---|---|
| Umsatzerlöse | Speisen, Getränke, Lieferservice getrennt |
| Wareneinsatz | Einkauf Lebensmittel, Getränke, Verpackung |
| Rohertrag | Umsatz minus Wareneinsatz (= DB I) |
| Personalkosten | Löhne, Gehälter, Sozialabgaben |
| Betriebskosten | Miete, Energie, Versicherungen, Leasing |
| Abschreibungen | Auf Einrichtung, Küche, IT-Systeme |
| Betriebsergebnis | Gewinn oder Verlust vor Steuern |
BWA vs. Echtzeit-Controlling
Die BWA ist immer rückblickend — sie kommt oft erst 2–4 Wochen nach Monatsende vom Steuerberater. In einer schnellen Gastronomieumgebung ist das zu spät für operative Entscheidungen. Deswegen ergänzen moderne Controlling-Systeme die BWA durch tagesaktuelle Kennzahlen wie PK-Quote und Wareneinsatzquote direkt aus der Kasse.
Wichtige Kennzahlen in der BWA
- Rohertragsmarge: Umsatz minus Wareneinsatz / Umsatz. Sollte über 65 % liegen.
- Personalkostenanteil: Aus der BWA direkt ablesbar — Abgleich mit Tages-PK-Quote.
- EBIT-Marge: Betriebsergebnis / Umsatz. Typisch 3–8 % bei gesundem Gastronomiebetrieb.
DATEV-Verbindung
In Deutschland erstellen die meisten Steuerberater die BWA über DATEV. Moderne Dashboard-Lösungen können BWA-Daten direkt aus DATEV importieren und mit Kassendaten zusammenführen — sodass Gastronomen ein vollständiges Bild ohne manuellen Datentransfer erhalten.
Verwandte Begriffe
- Deckungsbeitrag — DB I und DB II aus der BWA-Struktur
- Personalkostenquote — BWA-Daten für Monatsvergleich
- Break-Even-Point — Fixkosten aus der BWA
- Anomalie-Erkennung — Echtzeit-Pendant zur monatlichen BWA
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